Todesstoß für VW? Deutscher Autogigant in größeren Schwierigkeiten als je zuvor

Sinkende Umsätze und Milliarden-Schulden: Die Sorgen um die Zukunft des deutschen Autokonzerns werden immer größer. Dabei hat VW stets einen positiven Ausblick bewahrt. Nun aber hat ein neues Unglück (und zwar ein selbstverschuldetes) den deutschen Autogiganten heimgesucht. Könnte dies der Anfang vom Ende sein?

Ende letzten Jahres kündigte VW an, dass „harte Entscheidungen“ notwendig sein würden, um die Finanzen des Konzerns wieder auf Kurs zu bringen. Um Geld zu sparen, müssten bis 2030 35.000 Stellen gestrichen und die technische Kapazität der deutschen Standorte um 734.000 Fahrzeuge reduziert werden. Darüber hinaus wurden die Beschäftigten aufgefordert, auf Lohnerhöhungen zu verzichten – nur so konnte VW ihnen eine Beschäftigungssicherung für die nächsten 5 Jahre anbieten. Doch nun könnte es sein, dass all diese Sparmaßnahmen umsonst waren.

Schwerer Schlag für Volkswagen
Die EU-Kommission hat VW einen schweren Schlag versetzt: Der Autobauer wurde der illegalen Absprachen zur Sammlung, Behandlung und Verwertung schrottreifer Autos und Transporter für schuldig befunden. Wie die BILD schreibt, soll VW über einen Zeitraum von 15 Jahren bewusst Informationen über das Recycling seiner Fahrzeuge zurückgehalten haben, insbesondere darüber, welche Fahrzeugteile recycelt werden können. Auf diese Weise wollte der Autohersteller verhindern, dass sich Käufer bei ihrer Entscheidung von diesen Informationen beeinflussen lassen.

Nach langen Ermittlungen und Durchsuchungen der Räumlichkeiten der Autohersteller, die im Jahr 2022 durchgeführt wurden, hat die EU-Kommission gestern ihr Urteil bekannt gegeben. Neben VW wurden 14 weitere Autohersteller, die an dem Kartell beteiligt waren, für schuldig befunden. VW wurde am höchsten bestraft und muss einen Betrag von 127 Millionen Euro zahlen.

Weitere Hiobsbotschaft für VW
Das Urteil der EU-Kommission ist jedoch nur die jüngste schlechte Nachricht für den angeschlagenen Konzern in den letzten Tagen: Vor fünf Tagen kündigte US-Präsident Trump Zölle von 25 Prozent auf Autoimporte in die Vereinigten Staaten an. Nordamerika war bisher die drittgrößte Absatzregion für VW. Analysten der UBS haben errechnet, dass fast 15 % des operativen Ergebnisses des VW-Konzerns durch die Zölle gefährdet sein könnten. Vor allem die margenstarken Modelle sollen betroffen sein.

Vor diesem Hintergrund trifft die Entscheidung der EU-Kommission den VW-Konzern besonders hart: Nicht nur die Kosten der Strafe müssen bedacht werden, sondern auch die Tatsache, dass dies ein weiterer schwarzer Fleck auf dem Charakter des Autobauers ist: Viele Verbraucher erinnern sich nur zu gut an den Emissionsskandal, der VW weltweit Absatzeinbußen kostete. Ob die Verkäufe nun noch weiter zurückgehen werden und welche negativen Auswirkungen dies zusammen mit dem Margenverlust auf dem US-Markt haben wird, bleibt abzuwarten.

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  • Jetzt aber mal Kosten senken, senken, senken!
    Mir hat sich nie erschlossen, warum man fürs Plastiknippel einklippsen am Band 100.000 nach Hause bringt.

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Kai Degner